Tipps zur rhetorischen Situationsanalyse - mal anders


Michael Pelzer // 2. November 2017


In unserer Forschungsstelle haben wir vor einiger Zeit einen Blick auf den YouTube-Kanal von »DorFuchs« (alias Johann Beurich) geworfen. Er präsentiert Mathematik-Wissen in eingängigen Songs – und diese Idee fand ich spannend: Ob man vielleicht auch einen Song zu unseren Tipps für gute Präsentationen auf die Beine stellen könnte?

In einer freien Minute habe ich mich mal daran versucht und einige unserer Hinweise zur rhetorischen Situationsanalyse in Lied-Form gebracht. Mein Bruder Thomas hat die Gitarren-Instrumentierung übernommen. Hier ist das Ergebnis unseres Experiments:

Rhetorische Situationsanalyse

Jeder von uns hat schon mal erlebt,
Dass beim Präsentieren was nicht glattgeht:
Der Raum zu hell, die Zuhörer nicht konzentriert,
Von Fachwörtern verwirrt – oder nicht interessiert.

Sowas kann die Geister scheiden,
Doch vieles lässt sich auch vermeiden:
Willst Du erfolgreich präsentieren,
Kannst Du diesen Tipp probieren:
                    

Infrastrukturanalyse

Damit ab jetzt auch alles richtig hinhaut,
Mach Dich sehr früh mit dem Rahmen vertraut;
Schau auf Ort und Zeitpunkt Deiner Präsentation
Und denk‘ auch an die technische Seite schon.     

Welche Medien passen gut und welche steh‘n bereit?
Mach‘ ‘nen Technikcheck – und achte auf die Zeit.
Fehlt auch kein Gerät? Läuft die PowerPoint Datei?
Sprichst Du früh oder spät? Hast Du auch alles dabei?
 

Mach‘ Deine Stärken stark,
Und Deine Schwächen klein;
Stelle alles genau
Auf Deine Zuhörer ein.
Frag‘ Dich, wo Du stehst,
Hab‘ Zeit und Technik im Blick;
Mach‘ Dir Erwartungen klar
Und zeig‘ Dein Mediengeschick.

Selbst-Analyse

In der Selbst-Analyse schaust Du dann ganz auf Dich,
Prüfst Deine Stärken und Schwächen – genier‘ Dich nicht.
Was umschiffst Du lieber? Was kannst Du gut?
Was bringt Dich nach vorn? Wie weit reicht Dein Mut?

                          
Präsentierst Du im Team oder bist Du allein?
Wer fuchst sich in welche Aufgabe ein?
Vermeid‘ Probleme und hol‘ Deine Stärken nach vorn;
Find‘ Deine Motivation und nimm sie zum Ansporn!

[Refrain]


Adressaten-Analyse

Bei alledem denk‘ auch immer daran:
Vor allem kommt es auf die Zuhörer an.
Fühl‘ Dich genau in ihre Lage hinein
Und geh‘ auf ihre Erwartungen ein:

Vermeide Längen und halt’s interessant,
Sprich altersgerecht, nicht zu elegant.
Motivier‘ sie und bedenk‘‚ was sie aufmerksam hält,
Wähl‘ Deine Beispiele aus ihrer Lebenswelt.

[Refrain]

Schluss

Hast Du dann über all das nachgedacht,
gehören die Ergebnisse auch eingebracht;
In Sprache, Aufbau, Medienwahl und Argumentation,

Sowie auch Performanz Deiner Präsentation:

Sprich anschaulich und formuliere klar,
Mach‘ Deine Überlegungen gut nachvollziehbar,
Nutz‘ geeignete Medien, erklär‘ Fremdwörter bedacht,
Wähl‘ einen spannenden Einstieg, der neugierig macht.

Dann sind Deine Stärken stark

Und Deine Schwächen klein,

Du stellst alles genau

Auf Deine Zuhörer ein –

Und so wird jeder seh’n:

Mit Deiner Präsentation

Kann nichts mehr schief geh‘n.


Michael Pelzer

Forschungsstelle//Universität Tübingen