Sache und Sprache – Jugend präsentiert Kids auf der Grundschultagung

Die Jugend präsentiert-Trainerinnen der Universität Tübingen beim Workshop.

Von Hannah Ziegler // 8. April 2020


Besonders beim Präsentieren wird eines schnell deutlich: Sprache ist ein entscheidender Faktor, wenn es um Teilhabe geht. Wie also können wir bereits die ganz Kleinen in der Grundschule sprachlich dahingehend fördern, Inhalte selbstbewusst zu präsentieren? Und welche Konzepte sprachsensiblen und fachlichen Lernens sind derzeit in der aktuellen Forschung Thema für den Sachunterricht?

Um diese und viele weitere Fragen ging es auf der diesjährigen Tagung der Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts e.V. Von 5. bis zum 7. März haben sich auf dem Campus der Universität Augsburg unter dem Titel „Sprache und Sache“ rund 150 Personen aus Wissenschaft und Schulpraxis zusammengefunden, um über die Bedeutung der Sprache für die Grundschule zu diskutieren und neue Ideen für einen möglichst bildungsgerechten Zugang aller Kinder im Schulalltag zu sammeln. Auch wir vom Jugend präsentiert Kids-Team waren mit dabei.

Bei einer Posterausstellung konnten wir interessante Gespräche führen und neuen Input durch verschiedene Vorträge sammeln. Seien es die Mikro- und Makroebenen des Scaffoldings, einer Technik Fachunterricht sprachsensibel zu gestalten, oder die Frage nach den Möglichkeiten, mit Grundschulkindern über die Normativität von Sprache zu philosophieren, die Themen der Tagung reichten von didaktischen über sprachwissenschaftlichen Themen bis hin zu rhetorischen Aspekten. Da traf es sich besonders gut, dass die Jugend präsentiert-Trainerinnen der Universität Tübingen, Jutta Krautter und Yvonne Wichan, am letzten Tagungstag den Teilnehmenden als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis einen Einblick in das Portfolio von Jugend präsentiert Kids geboten haben.

Im Fokus des Workshops „Jugend präsentiert Kids – Freude am Präsentieren in der Grundschule“ stand dabei der Spaß am Sprechen und Präsentieren bei Kindern. Jutta Krautter wendet hierzu passend ein, dass nicht nur von der Kultusministerkonferenz geforderte Kompetenzen im Sachunterricht durch Präsentationen trainiert werden können, wie beispielsweise situationsangemessenes und adressatenorientiertes Sprechen. Auch der Mut und die Unvoreingenommenheit der Kinder im Grundschulalter können das selbstbewusste Vortragen fördern, das so bis hinein in die Sekundarstufe I tragen kann. In einem Austausch über Möglichkeiten und Grenzen des Sprachlichen in der Grundschule, haben die beiden Trainerinnen neben den Bewertungskriterien von Jugend präsentiert Kids außerdem Übungen zum Feedbackgeben sowie zur Performanz für den Grundschulalltag vorgestellt. Die Teilnehmenden konnten dabei neue Materialien wie das Performanzquadrat und eigens entwickelte Übungen für den Grundschulunterricht direkt kennenlernen und ausprobieren.

 

 

Besonders ‚emotional‘ wurde es bei der Übung „Gefühlspost“. Hier waren die Teilnehmenden des Workshops gefragt, ihr eigenes Repertoire an Emotionen hervorzuholen. Bei einer Person angefangen, erraten alle Teilnehmenden in einer Reihe stehend nach und nach, welche Emotion die nachfolgende Person – allein mithilfe von Mimik – wohl ausdrücken möchte. Ziel dieser Übung ist es, dass Grundschulkinder die Möglichkeit erhalten, in einem spielerischen Umgang zu erkennen, wie und dass die eigenen Gesichtsausdrücke und Körperhaltung von anderen gelesen werden. Außerdem kann diese Übung zeigen, dass die eigene Mimik bewusst eingesetzt werden kann.

Am Ende des Tages waren wir vollgepackt mit spannenden Eindrücken und vielseitigen Gesprächen, die deutlich zum Ausdruck gebracht haben: Präsentationen und die damit verbundenen Kompetenzen sind ein entscheidendes Thema in der Grundschule. Wir freuen uns daher sehr, ab dem nächsten Schuljahr regulär Trainings für Grundschullehrkräfte anzubieten.

 

Fotos: © Jugend präsentiert


Hannah Ziegler
Projektbüro// Wissenschaft im Dialog Berlin