Früh übt sich – Präsentieren in der Grundschule

Ein Grundschüler beim Gestalten eines Posters.

Von Jutta Krautter und Yvonne Wichan // 17. Juli 2019


Früh übt sich – das gilt auch für das Präsentieren. Aus diesem Grund hat sich Jugend präsentiert im Frühjahr 2019 dafür entschieden, ihr Programm auch um ein Konzept für Grundschulen zu erweitern. Ziel ist es ein Angebot zu entwickeln, das Materialien, Arbeitshefte und Fortbildungen zur Förderung der Präsentationskompetenz beinhaltet. Darüber hinaus können sich interessierte Schulen bereits ab August für einen Schulwettbewerb anmelden.

Es empfiehlt sich immer, Konzepte nicht nur theoretisch zu entwickeln, sondern sie auch dem Praxistest zu unterziehen. Da traf es sich mehr als gut, als sich herausstellte, dass es an einer Tübinger Grundschule noch Bedarf und vor allem auch großes Interesse an einer Präsentations-AG gab. Ab März ging es los. Ein Viererteam der Forschungsstelle Präsentationskompetenz, bestehend aus Yvonne Wichan, Jutta Krautter, Anna Berlich und Salina Weber, durfte vor insgesamt 20 Schülerinnen und Schülern der Grundschule auf der Wanne in Tübingen die entwickelten Konzepte in die Tat umsetzen. Schritt für Schritt lernten die Kinder kennen, worauf es bei einer Präsentation ankommt und dabei hieß es natürlich vor allem: Ausprobieren! Ausprobieren! Ausprobieren! So konnten sie etwa erleben, dass eine sichere und souveräne Körpersprache für eine Präsentation wichtig ist und sie Stimme, Blickkontakt, Mimik, Gestik und auch Bewegungen im Raum bewusst einsetzen können. In abwechslungsreichen Übungen zum Feedbackgeben, zur Gestaltung von Postern und nicht zuletzt zum sprachlichen Aufbau einer Präsentation, wurden die Kinder Stück für Stück auf das Erstellen eigener Präsentationen vorbereitet.

Ein Höhepunkt im Laufe der AG war die Zusammenführung dieser verschiedenen Aspekte in einer Übung, in der die Schülerinnen und Schüler kreativ und spielerisch ins Erzählen kommen konnten. Sie erhielten Bilder von bunten Zaubermaschinen – Maschinen etwa mit Roboterarmen, Laufbändern, Drähten, Schnüren etc., die allesamt so aussahen, als könnten sie mit ein bisschen Fantasie für die unterschiedlichsten und unglaublichsten Zwecke nützlich sein, nicht zuletzt: zum Erledigen von Hausaufgaben! Mithilfe eines Arbeitsblattes fertigten die Schülerinnen und Schüler Steckbriefe für die Maschinen an. Sie durften sich zunächst einen Namen überlegen, den sie der Maschine geben wollten, darüber fantasieren, wobei sie ihnen helfen könnte, wie sie sich anfühlt, riecht, schmeckt (ja, auch Maschinen können schmecken: nach Metall, nach Zitroneneis, nach Nordpol u.v.m.). Auch ein genauer Blick auf das Aussehen war wichtig, denn mit dem bloßen Verweis auf das Bild mit dem Satz „Wie sie aussieht, seht ihr ja hier“ ist es für eine lebendige Beschreibung nicht getan. Das merkten auch die Kinder sehr schnell. Sie hatten sichtlich Spaß daran, den Maschinen mit Worten Leben einzuhauchen, und ihr Publikum, die Mitschülerinnen und Mitschüler, am Ende der AG-Stunde mit kurzen Präsentationen daran teilhaben zu lassen.

Eine Zaubermaschine. Gezeichnet von Daniela Bähr für Jugend präsentiert Kids.

In dieser Übung kamen Fantasie, Erfindergeist und die Herausforderung, vor einer Gruppe zu präsentieren, zusammen. Eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe also, der sich die Kinder mit viel Freude gewidmet und dabei tolle Ergebnisse erzielt haben. Wir als AG-Leiterinnen können sagen, dass es mehr als lohnenswert ist, bereits im frühen Alter die Präsentationskompetenz der Kinder zu fördern. Nicht nur, weil Präsentationen bereits in den Lehrplänen der Grundschulen verankert ist, sondern auch, weil die „Präsentationsbühnen“ auf neugierige, und aufgeschlossene Kinder – wie wir sie auch in unserer AG begrüßen durften - förmlich warten. Auch wenn die Arbeit unserer ersten AG bald mit einem tollen Präsentationsfest zu Ende geht, so freuen wir uns sehr darauf, das Projekt Jugend präsentiert Kids in der Zukunft weiter voranzubringen. Und bis wir von neuen tollen Erlebnissen berichten werden, können Sie sich in der Zwischenzeit ja mal die Frage stellen, was Ihre Zaubermaschine alles so könnte.

 

Fotos: © Patrick Gerstorfer für Jugend präsentiert


Jutta Krautter
Forschungsstelle // Universität Tübingen
Yvonne Wichan
Forschungsstelle // Universität Tübingen