Ein Blick hinter die Kulissen - Mein erstes Jugend präsentiert Finale

Alma bei der Vorrunde des Jugend präsentiert Finales

Von Alma Wettig // 05. Oktober 2018


Hallo ich bin Alma und seit September FSJlerin bei Jugend präsentiert. Beim Bundesfinale 2018 habe ich das Team unterstützt und die Jugendlichen mitbetreut. Was ich bei meinem ersten Jugend präsentiert Finale erlebt habe, habe ich hier festgehalten.

 

Freitag, Anreise

Wir, das Jugend präsentiert-Team, trafen uns um 11.00 Uhr in der Jugendherberge am Ostkreuz in Berlin, wo während dem Finale-Wochenende auch alle Teilnehmenden übernachtet haben. Wir waren viele, viele Leute und eine gute Stimmung kam auf. Das Team setzte sich aus den Jugend präsentiert Leuten von Wissenschaft im Dialog und der Universität Tübingen zusammen sowie vielen Aushilfskräften.

Es folgte eine Lagebesprechung in der Aula und die Zuteilung unserer Zimmer - von meinem habe ich ein kleines Trauma, denn ich bezog alleine ein riesiges Vierbettzimmer. Nur ein Zehntel des Raumes war mit meinem Mini-Rucksack „belebt“. Nächstes Mal nehme ich auf jeden Fall mehr Zeug mit, damit ich mich nicht fühle wie in einem verlassenen Krankenhaus.

Dann gab es Mittagessen :))) – ich werde in den kommenden Zeilen noch sehr viel über Essen sprechen. Irgendwie hatte ich, egal wie viel ich gegessen hatte, alle zwei Stunden Hunger. Ich glaube so ein Finale ist einfach anstrengend!

Langsam trudelten auch die Schülerinnen und Schüler ein. Es gab ein großes Hallo und ein kleines Chaos, da sich die meisten von den vorausgegangenen Präsentationsakademien und Qualifikationsrunden kannten und sich nun freuten, sich wieder in die Arme schließen zu können. Zwischen 15.00 und 16.00 Uhr begann das Berlinprogramm. Ich war für die Fotorallye in Friedrichshain eingeteilt. Die Gruppenbildung verlief ein bisschen lustig und so zog ich dann mit der Gruppe „die drei kleinen Schweinchen“ los, welche – wer ahnt es? –  aus drei Personen bestand. Es war sehr nett, wir quatschten viel und gingen gefühlte 30 Jahre die Wühlischstraße entlang, bzw. die Straßen, die in die Wühlischstraße führen. Auch die Rallye-Aufgabe, Berliner Spezialitäten zu besorgen, erledigten wir: so aß „Detektiv Aufgabe“ ein Eis, „Detektiv Karte“ einen „Berliner“ und ich einen 300-prozentigen Zucker-Muffin vom Aufbackbäcker. Als wir nach zwei Stunden wieder in der Herberge ankamen taten uns ganz schön die Beine weh. Mit wackligen Knien und grummelnden Mägen begaben wir uns zum Abendessen und bastelten derweil an dem Fotoalbum weiter, das wir von der Rallye erstellen sollten.

Nun kam es zu der Begrüßung aller Schülerinnen und Schüler und dem Technik-Check. Die Schülerinnen und Schüler überspielten alle einmal ihre Präsentation auf den Rechner, auf dem sie dann am nächsten Tag auch präsentieren würden. Bis auf ein paar verrutschte Überschriften ging auch alles gut. Um 23 Uhr waren dann alle Präsentationen da, wo sie sein sollten und ich plumpste einfach ins Bett. In einem so müden Zustand war mein Krankenzimmer gar nicht so schlimm.

 

Samstag, Vorfinalrunde

Am Samstag fuhren wir in drei Bussen zum Käthe-Kollwitz-Gymnasium im Prenzlauer Berg – die Schule erinnerte mit ihren zahlreichen Treppenhäusern und Aufgängen doch ein wenig an Hogwarts: von vier Aufgängen, führten nur zwei in die Aula. Wo die anderen beiden hinführten steht in den Sternen.

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Der Veranstaltungsort der Vorrunde - das Käthe-Kollwitz-Gymnasium

Der Veranstaltungsort der Vorrunde - das Käthe-Kollwitz-Gymnasium.

Als schließlich alle die Aula gefunden hatten, gab es eine kurze Begrüßung. Sämtliche Beschäftigungsmöglichkeiten wurden vorgestellt, die neben der Hauptsache, dem Präsentieren, angeboten wurden. Dazu gehörten: Postkarten mit Stempeln selbst gestalten, um sie dann in den wunderschönsten Briefkasten der Welt zu schmeißen (Anmerkung der Redaktion: Den Briefkasten hat Alma selbst gebastelt ;-)), T-Shirts und Taschen be(-sieb)drucken, die Teilnahme an einem Zirkusworkshop, Vorstellungen des Zeiss-Großplanetarium in der Turnhalle der Schule, ein Stage-Training und ein Spielekeller. Die meisten Schülerinnen und Schüler waren allerdings mit dem letzten Feinschliff ihrer Präsentationen beschäftigt. Sie durften ja nicht nur einmal präsentieren, sondern gleich zwei Mal! Die erste Präsentation sollte mit digitalen Hilfsmitteln gehalten werden (PowerPoint, Prezi, etc.) und nach einer Pause wurde dieselbe Präsentation vor einer neuen Jury noch einmal mit analogen Anschauungsmaterialien vorgeführt, damit die Schülerinnen und Schüler sich in beiden Präsentationsformen sicher fühlen.

Teilnehmerinnen mit bedruckten Jugend präsentiert T-Shirts.

Teilnehmerinnen mit bedruckten Jugend präsentiert T-Shirts.

Teilnehmerinnen mit bedruckten Jugend präsentiert T-Shirts.

Das Mittagessen war wirklich grandios: auf einem eigens organisierten Food-Market gab es Eis, Burger, Currywurst und Burritos – und alles auch in einer veganen bzw. vegetarischen Variante. Außerdem sammelten sich immer wieder Gruppen vor einem Fotoautomaten und machten schöne Bilder von sich und Bilder in der „T-Pose“. Motiviert ging es auf zur analogen Runde.

Zur Stärkung gab es später noch Kuchen, Obst und Pizza in der nicht zu findenden Mensa, welche sich letzten Endes im 2. Stock des Vorderhauses der Schule befand.

Um 18.15 Uhr war es endlich soweit und die sechs Finalistengruppen, bzw. die acht Finalistinnen und Finalisten wurden bekannt gegeben. Danach ging es für (fast) alle zurück in die Busse und dann damit zu der Jugendherberge bzw. zu den Science Notes. Bei den Science Notes stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschung unterhaltsam in einem Club vor, dazu wird Musik gemacht. Das Thema war „Grenzen des Wachstums“, sowohl ökologisch, als auch ökonomisch.

Und schon wieder fiel ich super fertig ins Bett.

 

Sonntag, Finale!

Am Sonntag konnte ich (also nur ich, nicht die anderen aus dem Jugend präsentiert-Betreuerteam) „ausschlafen“. Erst gegen 8.00 Uhr begab ich mich gemächlich zum Brunch, wie es zu dieser späten Stunde wohl heißt.

Um 9.30 Uhr standen wir mit unseren 1000 kg Gepäck vor der Herberge, die Schülerinnen und Schüler sammelten sich in ihren Gruppen und wir fuhren – fast – bis zum Kino International. Ganz ran konnten wir nicht fahren, da wir nicht nur den besonderen Tag mit den gut 61.390 Läuferinnen und Läufern des Berlin-Marathons teilten, sondern auch die Route.  

Nachdem alle an ihrem alkoholfreien Empfangscocktail genippt hatten, bezogen wir den Kinosaal und zogen das drei Stunden dauernde Finale ohne Unterbrechungen durch. Es spielte die Band „Late Night Circus“ und die Finalistinnen und Finalisten präsentierten was das Zeug hielt. Die Präsentationen waren alle echt gut – in vielerlei Sicht: Sie waren sehr informativ (ich als alte „Pflanzen_Wachsen_Halt_Weil_Da_Sonne_Ist“-Kandidatin habe richtig was gelernt), die Themen waren sehr anschaulich dargestellt und vor allem hatten alle acht Finalistinnen und Finalisten eine gute Körpersprache, was die Vorträge schön untermalte und die Aufmerksamkeit des Publikums mühelos wach hielt.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bundesfinales 2018.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bundesfinales 2018.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bundesfinales 2018.

Danach gab es einen großen Empfang auf dem es – ihr erratet es schon – wieder reichlich zu essen gereicht wurde: Nach Mini-Burgern, Spießchen aller Geschmacksrichtungen und Softeis gab es dann ein großes Ade. Mit den Bussen ging es dann wieder zum Bahnhof. Ich stieg dann noch in die Bahn zur Herberge, holte mein Fahrrad und fuhr in den letzten Sonnenstrahlen des Sommers zurück nach Hause.

 

Bilder: © Gerhard Kopatz für Jugend präsentiert


Alma Wettig

Projektbüro//Wissenschaft im Dialog Berlin