Das Jugend präsentiert Finale 2017 – ein Tagebuch


Von Michaela Reinhard // 25. September 2017


Das Finale von Jugend präsentiert ist die Veranstaltung, auf die das gesamte Jugend präsentiert-Team das ganze Jahr hinarbeitet. Der Höhepunkt des Wettbewerbs von Jugend präsentiert. Dieses Jahr fand das Finale vm 15.-17. Sepember zum dritten Mal im Kino International in Berlin statt. Die Vorrunde ging am Samstag im Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Berlin-Pankow über die Bühne. Nahezu alle der 140 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler übernachteten in der Jugendherberge am Ostkreuz.

Freitag, 15.9.2017

Der Vormittag verlief mit Vorbereitungen für den Check-in der ankommenden Teilnehmenden. Meine Kolleginnen vom Projektbüro bei Wissenschaft im Dialog (WiD) hatten alle Listen, Namensschilder und Bändchen dazu vorbereitet. Ab 12 Uhr begannen die Schülerinnen und Schüler so nach und nach einzutrudeln. Sie wurden mit Namenschild und einem festivalartigen Bändchen versorgt und konnten ab 14 Uhr die Zimmer beziehen. Um 15:30 Uhr begrüßte Christian Kleinert von WiD die Teilnehmenden, sprach über den Ablauf der nächsten Tage und ein paar Regeln für ein gedeihliches Miteinander für diese Zeit. Eile war geboten, denn schon um 16 Uhr sollte das Rahmenprogramm beginnen. Leider konnten die einzelnen Gruppen erst mit Verspätung starten, so dass eine Gruppe leider das Schiff für die Rundfahrt verpasste. Diese Gruppe hat dann spontan entschieden, Eis essen zu gehen, was wohl eine wohlschmeckende Alternative war. Ich durfte eine Gruppe zu einem Street-Art-Workshop begleiten, wir kamen zwar auch zu spät dort an, aber die Schülerinnen und Schüler konnten dennoch ganz tolle kleine Street-Art-Kunstwerke erstellen. Alle Ausflugsgruppen, es wurde noch „Bouldern“ und ein Besuch im Naturkundemuseum angeboten, kamen dann noch rechtzeitig zum Abendessen in die Jugendherberge zurück.

Der Rest des Abends stand zur freien Verfügung oder konnte noch für ein Troubleshooting genutzt werden, bei dem die Trainerinnen und Trainer der Jugend präsentiert-Forschungsstelle für letzte Fragen zu den Finalpräsentationen zur Verfügung stehen. Viele Teilnehmende nutzten die Zeit, um nochmal ihre Präsentationen anzuschauen und zu üben. Manche legten sich aber auch schon schlafen und schliefen sogar so fest, dass der Zimmerkamerad nicht mehr ins Zimmer konnte - da konnte dann nur die Rezeption der Jugendherberge helfen und die Türe öffnen.

Samstag, 16.9.2017

Am Samstagfrüh ging es nach dem Frühstück mit 3(!) Bussen zum Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Die Stimmung war aufgeregt und erwartungsvoll. Frau Ley, die Rektorin der Schule, begrüßte uns ganz herzlich in ihrer Schule und wünschte allen Teilnehmenden viel Spaß bei der nun folgenden Final-Vorrunde. Sogar ein lokaler Politiker sprach ein paar motivierende Worte. Dann ging es los, in 14 Räumen auf 3 Etagen wurde zunächst digital präsentiert.

Diejenigen, die gerade nicht dran waren, konnten sich auf vielfältige Weise beschäftigen:

  • am Siebdruck-Stand im Schulhof ein T-Shirt u./o. eine Tasche mit verschiedenen Motiven, wie dem Berliner Bär, dem „Präsentationsfuchs, Finale 2017 etc., bedrucken
  • ein großes Angebot an Spielen im Spielekeller nutzen
  • im mobilen Planetarium in der Schul-Turnhalle im Liegen den Sternenhimmel betrachten
  • oder die Möglichkeit nutzen, bei einem Stagetraining mit zu machen.

Für Getränke und Süßigkeiten (Nervennahrung) war auf den Gängen der Schule gesorgt. Zu Mittag waren auf dem Schulhof drei Foodtrucks aufgebaut: ein Burrito-Stand, ein Hamburger-Stand und eine „Currywurst-Dose“. Direkt am Eingang im Schulgebäude war auch eine Kühltruhe mit Florida-Eis (traditionsreiches Berliner Eis) aufgebaut. Diese Truhe war schon recht bald am frühen Nachmittag wie leergefegt. Am späteren Nachmittag gab es dann noch einen Imbiss im Flur der Schule.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der „analogen“ Präsentation. Viele der Präsentierenden hatten Poster und Experimente vorbereitet. Sogar ein Skelett war auf dem Flur zu sehen. Hier sollte ich den enormen Einsatz der Lehrerinnen und Lehrer, sowie der Schülerhelfer des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums erwähnen. Sogar eine Waage aus dem Chemie-Raum für ein Experiment konnte noch kurzfristig ausgeliehen werden. Der ganze Aufbau und Ablauf dieses Tages wäre ohne die Tatkraft der Helfer vor Ort so reibungslos nicht möglich gewesen. Ein großer Dank an dieser Stelle an die neue Jugend präsentiert-Schule Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin.

Um 18 Uhr dann der große Moment – die Verkündung des Ergebnisses dieses Tages! Fünf Einzel- und eine Teampräsentation wurde aufgerufen und mit viel Applaus nach vorne zur Bühne begleitet. Die Finalisten wurden gleich von Yvonne Wichan und Jutta Krautter, Trainerinnen der Forschungsstelle in Tübingen, unter ihre Fittiche genommen, um die Finalisten über den weiteren Ablauf zu informieren und um sie während des gesamten Finales am Sonntag zu begleiten.

Alle anderen Teilnehmer und die Jury brachen mit dem Bus zum Club Astra Kulturhaus auf, um die Science Notes zum Thema „Mobil“ zu sehen. Fünf Wissenschaftler hielten 15-minütige Vorträge zum aus ihrer fachwissenschaftlichen Sicht auf das Thema und zwar möglichst verständlich für das Publikum, welches kein Fachpublikum ist. Dies gelang vortrefflich und war ganz und gar nicht langweilig. Rundum sorgte „The Micronaut“ mit Musik für die richtige Clubatmosphäre im Astra. Natürlich gab es auch einen orangenen Jugend präsentiert-Cocktail, an einer extra dafür eingerichteten Bar.

Sonntag, 17.9.2017

Finaltag!

Die Finalistinnen und Finalisten starteten schon ganz früh mit dem Taxi zum Kino International, um sich dort vorzubereiten und einzustimmen auf die Aufgabe, ihre Präsentation vor der deutschlandweit größten digitalen Kinoleinwand und großem Publikum zu halten.

Die restlichen Teilnehmenden konnten noch ein wenig länger schlafen, bevor es dann nach dem Check-out in der Jugendherberge mit dem Bus zum Kino International ging. Die Atmosphäre im Kino International vor Beginn des Finales lässt sich am ehesten mit einem Bienenstock vergleichen, überall wird gewerkelt,  die Bühnenbildner bauen Würfel um Würfel zum einem riesigen Jugend präsentiert-Logo auf, dazwischen versucht sich die Band Sunday Mayhem im Soundcheck, der Moderator macht eine Stellprobe, die Präsentierenden richten noch die Gerätschaften für die Experimente und versuchen bei allem möglichst ruhig zu bleiben, nebenbei bekommen sie noch ganz wie Bühnenstars ihre Mikros angepasst, damit sie ihre Hände während der Präsentation frei haben.

Dann geht es endlich los – Punkt 11 Uhr (naja, das akademischem Viertel eingerechnet). Mit einem Song der Schülerband Sunday Mayham wird das Finale eröffnet, bevor der Moderator Alexander Königsmann alle begrüßt. Zur Einstimmung bekommen wir einen Film über die Vorrunde zu sehen, dabei als Sprecherin Alena Simon (Zweitplatzierte 2015). 

Jetzt geht es auch schon richtig los für die Finalisten: der Moderator begrüßt die Jury und erklärt für das Publikum das Procedere. Für den Publikumspreis werden im Publikum Bewertungskarten verteilt. Das Publikum sollte sich in mehreren Gruppen zusammenfinden und gemeinsam nach jeder Präsentation eine Bewertung abgeben.

Die Reihenfolge der Präsentationen wurde vorher ausgelost. Der erste auf der Bühne ist:

Alexander Speck aus Nürnberg (Willstätter-Gymnasium) mit „Der perfekte Wurf“. Dann folgt Sophia Salzer aus Elsenfeld (Julius-Echter-Gymnasium) mit der Frage „Wie gelangt das Wasser vom Boden in die Blätter einer Pflanze?“. Der dritte in der ersten Hälfte des Finales ist Lee Sauer, ebenfalls vom Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld mit „Wie bewegt sich der Gecko an einer glatten Oberfläche?“

Nach einer kleinen Musikpause folgt Katharina Tscheu aus Wuppertal (Carl-Fuhlrott-Gymnasium) und fragt: „Haben Sportler mit Prothese im Weitsprung einen Vorteil?“. Pauline Kowalcyk, auch aus Elsenfeld (Julius-Echter-Gymnasium), präsentiert zum Thema „Wie beeinflussen Meeresströmungen unser Klima?“. Last but not least kommt ein Dreier-Team auf die Bühne und stellt sich und uns die Frage „Warum kommt der Bumerang zurück?“.

Geschafft, alle Präsentationen sind durch und alle waren auf einem hohen Niveau und veranschaulichten verständlich das jeweilige Thema.

Nun zieht sich die Jury zur Beratung zurück. Beate Spiegel, Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung und Christian Kleinert (WiD) kommen zu einer kleinen Talkrunde über den Wettbewerb und das Projekt Jugend präsentiert auf die Bühne. Dann folgt die Auszeichnung der diesjährigen Jugend präsentiert-Schulen, mit dabei das Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin. Alle Vertreter der Schulen bekommen eine Plakette, die man an die Wand der Schule montieren kann. Nach zwei weiteren Musikstücken der Band Sunday Mayhem kommt die Jury zurück und die Preisverleihungszeremonie beginnt.

Platz 4-6: Katharina Tscheu, Sophia Salzer und das Dreier-Team mit Sophie Doufrain, Zoe Eckly und Maja Mott.

Platz 3: Alexander Speck

Platz 2: Lee Sauer

Platz 1: Pauline Kowalcyk

Den Publikumspreis hat gewonnen: Lee Sauer.

Alle Finalisten werden auf der Bühne gefeiert, sie haben Großes geleistet.

Zum anschließenden Empfang gab es feinstes Fingerfood. Um 14:30 Uhr fuhr ein Großteil der Teilnehmenden mit dem Bus zum Hauptbahnhof, um die Heimreise mit dem Zug anzutreten oder wurden von ihren Familien abgeholt.

Für das Team heißt es jetzt aufräumen, bevor die ersten Kinogäste dieses Abends kommen und das Kino International seinen ganz normalen Betrieb wieder aufnimmt. Auch für uns geht nun der ganz normale Alltag wieder weiter - und die Vorbereitungen für das nächste Finale beginnen.

Bilder: © Gerhard Kopatz für Jugend präsentiert und Jugend präsentiert


Michaela Reinhard

Referentin Jugend präsentiert // Klaus Tschira Stiftung

 

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